DEADPOOL - Schriftzug

Deadpool war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg für die Macher, die die Gelegenheit nutzten, um sowohl alte (katastrophale) Fehler wieder auszubügeln, als auch den Film zu einem Schatz voller großer und kleiner Easter Eggs zu machen. In diesem Beitrag werde ich die, meiner Meinung nach, 7 besten Ostereier suchen und euch vorstellen.

Im Folgenden können natürlich Spoiler dabei sein.

1. Deadpool (die verhunzte Version)

Bis heute noch kann ich nicht verstehen, was sich die Macher von „X-Men Origins: Wolverine“ bloß gedacht haben. Jeder kurze Blick in die Comics hätte gereicht, um diesen katastrophalen Fehler zu verhindern. Obwohl ich den Film aufgrund des Hintergrunds zu Wolverine ziemlich interessant fand (trotz der zahlreichen Kontinuitätsfehler), musste ich mich zwingen, am Ende nicht abzuschalten. Da war es eigentlich schon fast selbstverständlich, dass Deadpool in seinem Comeback seine erste Version auf’s Korn nimmt. So sieht man unter anderem auch eine Figur des ersten Deadpools im Film.
Anfangs durfte Wade Wilsons erste Version in „X-Men Origins: Wolverine“ noch mit seiner großen Klappe seinen Vorgesetzten nerven und sogar seine zwei Katanas zücken.

Doch schon bald darauf schändeten sie ihn. Ich gehe sogar so weit und behaupte, der Deadpool aus den Comics wurde regelrecht vergewaltigt und danach hier zur Schau gestellt. Er bekam Laseraugen und konnte sich teleportieren. Seine Katanas durfte er behalten, die wuchsen ihm jedoch aus den Armen. Darf ich nun vorstellen? Der Söldner mit der zugenähten Klappe. *würg*


2. Whose balls? It does rhyme with Poolverine.

Deadpool nimmt kein Blatt vor den Mund. So erzählt er am Anfang, dass er dank intimer Interaktionen mit jemandem, dessen Namen sich auf Poolverine reimt, einen eigenen Film bekommen hat. Es ist klar, wer damit gemeint ist. In dieser Aussage versteckt sich aber mehr, als auf erstem Blick zu sehen ist. Im Comic-Universum von Marvel sind alternative Universen, die nebeneinander existieren, gängig. Man benutzt sie oft, um auch Geschichten zu erzählen, die dann keine Auswirkungen auf das „Haupt-„Universum haben. So gibt es auch verschiedene Versionen von Deadpool, z.B Lady Deadpool, Deadpool the Duck, Venompool und – mein persönlicher Favorit – Headpool (eine Zombie-Version von Deadpool, die nur aus dem Kopf besteht). So bezieht sich Poolverine auf eben eine dieser vielen Versionen.

An anderer Stelle sieht man, dass sich Wade eine Hugh-Jackman-Maske ins Gesicht getackert hat. Hier versteckt sich wieder mehr, als man glaubt. Das Gesicht von Jackman entstammt einer Zeitschrift, in der er als „Sexiest Man Alive“ posierte. Auch Ryan Reynolds wurde mit diesem Titel gekürt, daher auch die Bemerkung von Weasel an anderer Stelle, dass Wade Wilson bestimmt nicht mehr der hübscheste Mann auf Erden sein wird.


3. Dresscode – Hauptsache nicht grün

Ryan Reynolds hat leider noch ein weiteres schwarzes Schaf in seiner Filmographie. „Green Lantern“ war finanziell gesehen ein totaler Griff ins Klo. Zudem wurde der Film ziemlich schlecht bewertet und kam einfach nicht beim Publikum an. Wie es sich für den Söldner mit der großen Klappe gehört, macht er einen Kommentar zum Flop. Er besteht nämlich kurz vor den Experimenten an ihm darauf, bloß keinen grünen oder animierten Anzug tragen zu müssen. Der Anzug ist im folgenden Trailer bei 02:03 min schön zu sehen:


4. Chaos im X-Men-Filmuniversum

Wer die X-Men-Reihe verfolgt, dürfte bereits wissen, was jetzt gleich kommt. Als Colossus Deadpool zum Professor mitnehmen möchte, ist dieser verwirrt und fragt sich, welcher Professor gemeint ist – James McAvoy oder Patrick Stewart. Damit möchte er auf das Chaos aufmerksam machen, das durch einen Eingriff in der Zeitlinie – im Film „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ – verursacht wurde.

McAvoy oder Stewart?

Schauen wir uns die Reihe einmal an: Erst kam die erste Trilogie mit Patrick Stewart als der Professor. Dann kam „X-Men Origins: Wolverine„, auch hier hat Stewart einen kleinen Auftritt als der Professor. Nun wird es etwas verworren. In „X-Men: Erste Entscheidung“ zeigte man uns die Vergangenheit von ein paar Charakteren (der Schwerpunkt liegt auf Professor Xavier und Magneto) aus der ersten Trilogie. Da Stewart und Ian McKellen viel zu alt sind, musste sich eine neue Besetzung finden lassen. James McAvoy und Michael Fassbender sollen die jungen Versionen von Xavier und Magneto spielen. Einzig Hugh Jackman hat hier einen ganz kleinen Auftritt, da Wolverine praktisch nicht altert.
In „Wolverine: Weg des Kriegers“ hat aber wieder Stewart einen Auftritt in der Post-Credit-Scene.

Bis hierhin ist eigentlich alles verständlich, da gibt es den alten Professor aus der Gegenwart und den jungen Professor aus der Vergangenheit. In „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ aber wird Logan in die Vergangenheit geschickt, um ein bestimmtes Ereignis zu verhindern, sodass die Zukunft, in der es ziemlich apokalyptisch zugeht, gerettet wird. Somit haben wir erstmals beide Versionen des Professors in einem Film, diese treffen in einer sehr genialen Szene sogar aufeinander. Da die Vergangenheit aber verändert wurde, sind die erste Trilogie und auch die Wolverine-Filme eigentlich komplett belanglos geworden, da deren Plot nun nie passieren wird (oder passiert worden ist?).
Wir sehen also, dass Deadpool seine Gründe hat, verwirrt zu sein, da er (und auch wir) nicht weiß, in welcher Zeitlinie der Film denn nun spielt. Anderseits ist es ihm aber auch egal, denn ihn interessieren nicht die Geschehnisse um die X-Men, er möchte seine ganz eigene Geschichte erzählen.


5. Bist du es, Bob?

Für Comicfans gab es in diesem Film einen ganz besonderen Leckerbissen. Deadpool trifft im Kampf nämlich auf seinen alten Kollegen Bob. Nur Leser der Comics können wissen, dass Bob ein Ex-Agent von Hydra ist, der Deadpool oft zur Seite stand. In einer Phase, in der Deadpool Pirat werden wollte (ja, ich lüge nicht), durfte – eigentlich musste – Bob sogar als Papagei herhalten, natürlich authentisch mit Kostüm und entsprechenden Lauten. Eigentlich gehört Bob wegen seiner Hydra-Vergangenheit zum Marvel Cinematic Universe mit den Avengers, deshalb wurde hier Hydra mit keinem Wort erwähnt. Das Treffen seht ihr hier ab 1:10 min.


6. Konnte sich das Studio keine anderen X-Men leisten?

Als Deadpool zum Anwesen von Professor Xavier geht, um dort nach Hilfe zu fragen, macht natürlich zufälligerweise die launische Praktikantin die Tür auf. Während des ganzen Films sieht man aus den Reihen der X-Men immer nur den moralischen Colossus und die von allem genervte Negasonic Teenage Warhead. Deshalb fragt Deadpool an der Tür, warum man auf dem riesigen Anwesen eigentlich nur diese beiden X-Men sieht und ob sich das Studio keine weiteren Mitglieder leisten konnte. Dies Entscheidung der Macher kann man tatsächlich auf das Budget zurückführen. Sie hatten nämlich die Befürchtung, dass der Film aufgrund seines R-Rating (zu vergleichen mit FSK16) keinen riesigen finanziellen Erfolg einbringen würde. Es wurde sogar altes Filmmaterial des Anwesens und des Quinjets benutzt. Die Szene ist hier ab 00:15 min zu sehen.


7. Superheldenlandungen schaden der Gesundheit

Die Superheldenlandung – es gibt kaum einen Superheldenfilm, in dem nicht mindestens solch eine Landung gezeigt wird. So imposant sie auch aussehen, sie müssen eigentlich ziemlich schmerzhaft sein und auch ungesund für Knie.

Hier noch eine Compilation mit vielen Superheldenlandungen:
https://www.youtube.com/watch?v=zzEev1969zA


Das waren meine Top 7 Easter Eggs. Wer mehr über Deadpool lesen möchte, hier geht es weiter zur Review über Deadpool.

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